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"Allerlei Offene Gärten in Erlensee 2020" - ein virtueller Streifzug

Für das Wochenende 6. und 7. Juni hatte "ALLERLEI Kultur Erlensee e.V." bereits zum siebten Mal dazu eingeladen, private Gärten in Erlensee für die interessierte Öffentlichkeit zu öffnen.
Wieder haben sich zahlreiche Gartenbesitzer*innen gemeldet und darauf gefreut, ihre kleinen Paradiese
anderen Gartenfreund*innen vorzustellen.
Doch in diesem Jahr kommt es anders. Die Corona-Pandemie erlaubt es nicht, die Gärten ohne Gefahr für die Gesundheit der vielen zu erwartenden Besucher*innen zu öffnen. Das ist sehr schade.

Zum Trost möchte "Allerlei Kultur Erlensee" zu einem kleinen virtuellen Streifzug durch die Gärten einladen.
Glücklicherweise ist die blühende Natur um uns herum unbegrenzt geöffnet.
"Allerlei" wünscht allen Gartenfreunden viel Inspiration und Lebensfreude beim tatsächlichen Spaziergang draussen,  im eigenen Garten, oder auf dem Balkon!

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Bildergalerie Erlenseer Gärten 2020
Fotos von:
Monika Hedderich, Renate Lorenz, Barbara Ritter,
Cornelia Ruth-Hanke, Manfred Semmler
(
Slideshow©allerlei)

"Spalierobstgarten" in der Bergstraße
Schon das Entrée zeigt das etwas andere Verständnis von Gartenkultur: Ein Apfelbaumspalier bildet den Sichtschutz zum Nachbargrundstück. Hier wird ein Garten für die Sinne präsentiert. Nutz und Genuss für Auge und Geschmacksnerv ebenso wie für die vielfältige Vogel-, Tier- und Insektenwelt, die sich hier ein Stelldichein geben. Der Garten mit seiner Vielfalt an Obst lädt insbesondere im Sommer und Herbst zum Schnabulieren ein. Ein Kiwi-Baum bildet eine schattige Laube, ein Stuhl zwischen zwei Rosensträuchern platziert, lädt zum Duftgenuss ein. Zwischen all den Kirsch-, Quitten-, Apfel-, Birn- und Feigenbäumen, die ihre Blüten im Frühjahr entfalten, bilden Rosenstöcke im Sommer und Herbst die Farbpalette ab. Es muss nicht immer Kirschlorbeer und Thuja sein.

 

"Sammlergarten" in der Langstraße

Der große Garten umschließt ein idyllisches Fachwerkhaus. Schon der Eingang macht Lust auf mehr. Zwei parallele Fußwege zur Doppeltreppe säumen ein Meer von zierlichen Steinbrechblüten. Im Garten findet sich allerhand, was von Nutzen ist, ob für Mensch und Tier, für Auge oder Gaumen. Die bunte Vielfalt überrascht, der Name Sammlergarten nun nicht mehr. Da findet sich einiges, was aus anderen Gärten, Gärtnereien oder von Raritätenbörsen mitgebracht wurde. Es gibt einige Schwerpunkte, die zum Teil bewusst angelegt wurden: ein Teich, der Kalkhügel, ein Senkgarten und ein Südhang, beide für trockenheitsverträgliche Pflanzen, eine kleine Blühwiese für Insekten. Diese tummeln sich natürlich auch im sonstigen Blütenmeeer von Frühlingsblühern, Iris, Taglilien, Hosta und vielem mehr. Dazwischen fügen sich immer wieder Nutzbeete ein mit Obst, Gemüse, Kartoffeln und Kräutern. Teils beschatten kleine und große Bäume das Areal, hier auch wieder mit Essbarem. Lediglich der schneeweiße Cornus Kousa, ein Blumenhartriegel, begrenzt die Wiese wie ein "Wasserfall" und dient nur der Freude des Betrachters. 

"Kleine Hinterhof-Idylle" in der Theodor Heuss Straße

Ein Garten zum Hinsetzen und vor sich hinträumen in der Zeit der Beschränkungen durch die Pandemie, die kleine Sitzgruppe vor der Handpumpe mit Pumpenschwengel lädt dazu ein. Die gepflegte Rasenfläche vermittelt den Eindruck von Weite. Man sieht sofort, dass die Hortensie zur Lieblingsblume erkoren ist. Zwischen den Stauden, die um den Rasen herum angepflanzt sind, blühen Stiefmütterchen. Sie umspielen kleine Arrangements aus Ton, Schwemmholz und Metall. Kreativität zeigt sich auch in der Art, wie Schubladen, die Flohmarktfunde sind, zu dekorativen Pflanzkästen für Hauswurzen umgewidmet sind. Der Garten vermittelt in seiner Gesamtheit den Eindruck einer "geordneten Gemütlichkeit". Und wenn im Sommer die Äpfel reif sind, können sie direkt vom Baum in den Mund wandern.

"Von allem Ebbes - Vielfalt im Garten" im Erich Kästner Weg

Auf einem Rundweg um das Wohnhaus ist ein Naschgarten mit Rosenvielfalt entstanden. Mehr als 15 Rosensorten in unterschiedlichsten Farben finden sich hier. Besonders geliebt sind historische Rosen wie "Jacques Cartier" oder die seltene "Louise Odier". Die üppige Blütenpracht schmeichelt dem Auge. In diesem Garten wird Wert auf eine naturnahe Gestaltung gelegt. Die bepflanzte Trockenmauer am Fuß der Terrasse zieht Wildbienen an. Und so manche von ihnen ist von dem Nektar so berauscht, dass sie am Abend nicht mehr den Weg in den heimischen Bienenstock findet, sondern überrascht am Morgen in einer der Blüten aufwacht. Auch die Gartenstauden sind mit Blick auf Insektennahrung ausgewählt. Ein junger Frosch setzt sich im kleinen Teich gleich als Fotomodell in Position. Er ist in dieser Idylle willkommen. Und die heimische Küche wird mit Bio-Produkten aus dem Salat- und Gemüsebeet bereichert. In der Tat findet sich in diesem Garten "von allem Ebbes".

"Gezähmte Natur" in der Mühlstraße

Grün in allen Variationen dominiert im großen Garten an der Fallbach. Manches darf sich seinen Fleck suchen, Wildwuchs wird durch niedrige Steinschwellen begrenzt, um ihm einen Rahmen zu geben. Wie in einer Wellenbewegung schweift das Auge mal nach rechts und mal nach links durch den Garten, wird von den Sträuchern und Büschen. Dazwischen vereinzelt Farbtupfer von großen Blüten. Hinter dem Teich dürfen Rassehühner auf dem Rasen nach Futter suchen. Am Fuß eines alten Baumstammes ist eine noch frische Wildblumenwiese angepflanzt. Überall sind kleine lauschige Plätze zum Ausruhen und Verweilen angelegt.


"Gelenkte Wildnis" in der Jahnstraße

Der typische Hofgarten mitten in der Langendiebacher Altstadt empfängt mit einem großen Lavendelbusch, der gerade zur Blüte ansetzt. Dahinter plätschert ein Springbrunnen im kleinen Teich unter dem großen Sommerflieder. Gold-Felberich und Taglilien entfalten ihre Blüten. Irgendetwas blüht immer das ganze Jahr hindurch. Im Moment leuchtet der kanarische Goldmohn, der sich selbst seine Plätze sucht, besonders kräftig. In allen Ecken finden das Auge kleine Arrangements aus Fundstücken neben blühenden Pflanzen. Im hinteren Gartenteil, abgetrennt von einer kleinen Mauer, wogt ein Meer von Margeriten um den Apfelbaum. Dazwischen stehen Stelen und kleinere Objekte aus Ton, selbst gestaltet von Renate Lorenz. Nicht zu übersehen: der kleine Gemüsegarten im
und neben dem Hochbeet. Entlang der Mauern, die den Garten umschließen, gruppieren sich sommer- und herbstliche Naschereien wie Kiwi, Himbeeren, Feigen, Weintrauben, Johannisbeeren und Erdbeeren. Am Ende führt eine "Walderdbeertreppe" zurück in den Wintergarten.

"Blumengarten und Keramik" in der Mühlstraße

Der Blick fällt zuerst auf die üppige Blütenpracht. Der Duft von weiß blühenden Büschen zieht nicht nur die Bienen an. Die Büsche quellen ebenso wie die Rosenbögen über und über von Blüten. Der Garten ist klein, gestaltet nach vielen Anregungen aus dem Internet. Aus hauseigener Kreativität der Eigentümerin stammen die vielen Keramikfiguren, die sich zwischen die Stauden und unter Gräser kuscheln. Egal ob "Suppenhuhn", König oder Feen unter den Gräsern am Teich, sie alle beleben den Garten und regen die Phantasie an.  Der große Trompetenbaum in der Rasenmitte ist mit seinen breiten Blättern an heißen Sommertagen ein willkommener Schattenspender. Rosen, Mohn und Hortensien bilden den Schwerpunkt bei der Blumenauswahl. Die Rosen haben ihre Pracht schon entfaltet, die Hortensien sind schon in Wartestellung. Eigentlich sollte ein pflegeleichter Garten entstehen. Aber die Liebe an den Blumen zieht die Gartenliebhaberin schon früh am Tag in ihr kleines Gartenparadies.

"Garten ohne Zeit - zeitloser Garten" in der Bleichstraße

In einer dichten Hecke, die den Garten von der Straße trennt, haben sich Meisen angesiedelt. Bevorzugt heimische Sträucher und Blumen lösen nach und nach die bisherige Bepflanzung ab. Der Garten soll Insektenfreundlich werden. Dies beweist auch das kleine Insektenhotel, das an der Wäschestange baumelt. Bienen und Hummeln laben sich an den Blüten. Ab und zu schmückt auch ein Blumenstrauß aus dem Garten den Küchentisch. An einem vielleicht einhundert Jahre alten knorrigen Apfelbaum reifen die Äpfel. Man ist gewillt, die Reife abzuwarten, um sich spontan vom Baum zu bedienen. Um ihn herum ist eine wilde Oase entstanden. Der alte Garten ist in Wandlung zu neuer Gestalt.

"Lost Garden" in der Bruchköbeler Straße

Der große Garten ist ein Paradies für Vögel und Insekten. "Glockenblumen" und "Schlüsselblumen" in ihrer ungewöhnlichsten Art stehen für einen ebenso ungewöhnlichen Garten. Während am Haus die Kiwi ihre Knospen noch verschlossen hält, spenden große Bäume im langgezogenen Garten wohltuenden Schatten. Wenn man dem Weg durch den Garten folgt, fühlt man sich in einer naturnahen Galerie: Paperworks von Ellen Hug, Skulpturen von Matthias Kraus,
Installationen und Fotos von Barbara Ritter begleiten den Weg durch das lange Flurstück. Der Quittenbaum bemüht sich wieder um eine reiche Ernte, ebenso wie der Gemüsegarten. Am Teich treffen sich Insekten und Vögel und der Rhododendronbusch glänzt in seiner Blütenpracht.

"Allerlei Perspektiven" in der Untermühle

Angelehnt an die Idee des Englischen Gartens ist eine parkähnliche Gartenanlage um ein historisches Haus aus Vogelsberger Vulkangestein entstanden. Zwischen hohen Bäumen, von denen ein Kuckuck ruft, spiegeln sich Blüten im Teich. Nicht nur Seerosen fühlen sich in der großen Wasserfläche wohl, sondern auch so mancher Frosch. Ein wahres Heer von Pflanzen belebt die Uferzone, die von vielfarbigen Fingerhutblütenständen überragt ist. Blumen und Büsche dürfen sich naturnah entfalten. Unter den geschickten Händen von Holzmetz Stephan Starischka verwandelt sich totes Holz wieder zu lebendigen Wesen, zu Kobolden, Feen und anderen Fabelwesen. Seine Holzobjekte, bei denen die ursprüngliche Wachstumsform von Stamm und Ast erhalten bleibt, sind künstlerisch verfremdet und zieren den Garten.

"Allerlei offene Gärten in Erlensee" - Zu guter Letzt:

"Allerlei Kultur Erlensee e.V." dankt nochmals sehr herzlich den Gärtnerinnen und Gärtnern, die in diesem Jahr bereit waren, ihre grünen Paradiese der Allgemeinheit zu öffnen. Dies ist für alle Aktiven stets mit reichlich Zeitaufwand und Arbeit verbunden. Schließlich soll der eigene Garten ja besonders ansehnlich sein, wenn sich die Gartentür für alle, Freunde wie Unbekannte, öffnet.

Das soll im kommenden Jahr auch wieder so sein!
"Allerlei" freut sich mit den Gartenbesitzer*innen auf das Jahr 2021, um dann endlich wieder Erlenseer Gartenparadiese mit allerlei Kunst und Kultur, inspirierendem Blütenduft und kühlenden Erfrischungen dem interessierten Publikum zu öffnen. (Texte: Manfred Semmler)

"Allerlei offene Gärten in Erlensee"
- bei GartenKunstGenuss MainKinzig TV -

Der Landrat des Main-Kinzig-Kreises Thorsten Stolz kündigte in diesem Jahr eine etwas andere Neuauflage des MKK-Gartenfestivals an: In Anbetracht der verlängerten Allgemeinverfügungen zur Corona-Pandemie präsentierte der Main-Kinzig-Kreis seine Reihe „GartenKunstGenuss Main-Kinzig“
im Jahr 2020 ausschließlich digital.

Hierzu wurden auch Dr.Axel Friedrich und Manfred Semmler in einem Videointerview zu den langjährigen "Allerlei"-Erfahrungen bei der Organisation der Veranstaltung Allerlei offene Gärten in Erlensee befragt.

Hier die
Links zum YouTube-Kanal GartenKunstGenussTV (Main-Kinzig-Kreis):

https://www.youtube.com/watch?v=EPTqHJvOQzc
https://www.youtube.com/watch?v=FODuoNGzbu8