KULTURBEUTEL

Wir haben allerlei im Kulturbeutel

Allerlei Kunst im Rathaus Malerei, Fotografie, Skulpturen,

Installationen Erlenseer Künstler

 

Allerlei offene Gärten Erlenseer Gartenbesitzer öffnen ihre Gartenpforte

 

Caféhausmusik Konzerte bei Kaffee und Kuchen

mit Musik aus Wien und Paris

 

Ess- und Schwätzabende Bärlauch, Apfelwein, Rote Bete, Senf

 

Führungen Apfelweinkellerei Jörg Stier, die Kelten in Erlensee,

Puppenmuseum Hanau, Fahrradkultour rund um Erlensee

Galerie im Kunstraum Ausstellungen, Kleinkunst, Konzerte

 

Kabarett und Comedy Hohler Chaussee, Carl Maria von Heddernheim,

Der Weck ist das Ziel, 1000 Busse und ein Knopf

 

Mitmachkunst zum Erlenseer Familienpicknick

 

Musik, Konzerte zum Zuhören oder Mitmachen

 

Pflanzaktionen in und um Erlensee

 

Sommernachtsgarten mit Musik und Kleinkunst

 

Walking Acts Diebacher Hof- und Gassenfest, Stadtfest Erlensee

 

Wohnzimmerlesungen Plausch und Literatur

Marhaba und Hallo! - Erlensee begegnete Syrien

Aus einer Idee wurde ein unvergesslicher Abend

 

Das Seniorenbüro der Stadt Erlensee und "Allerlei Kultur" hatte zu einer außergewöhnlichen musikalischen und kulinarischen Reise eingeladen:

Es ging zur "Wiege der Menschheit"; in ein Land mit über 7.000-jähriger Geschichte und voller kulturellem Reichtum - es ging nach Syrien. Dort, zwischen Euphrat und Mittelmeer, haben viele Religionen und Kulturen ihren Ursprung, hier wurde die Landwirtschaft entwickelt, hier entstanden die ersten Städte der Menschheit.

Die vielen Besucher des "Syrischen Nachmittags" in der ausverkauften kleinen Fallbachhalle waren Gäste ihrer seit langem in Erlensee wohnenden syrischen Nachbarn. Von weltoffenen Seniorinnen und rüstigen Opas, über begeistertes mittelaltes Publikum, bis hin zum Kleinkind: alle wurden grenzübergreifend

mit landestypischen Köstlichkeiten verwöhnt und von faszinierender Musik unterhalten.

Manche der Erlenseer Gäste hörten neue, unbekannte Klänge, doch verstanden alle die Sprache der Musik. Dazu gab es viele unbekannte Speisen zu entdecken, von den vielfältigen syrischen Köstlichkeiten wurde rundum geschwärmt.

Emad Nayleh und seine Familie, Erlenseer seit 3 Jahren, hatten schmackhafte Leckereien zubereitet: "Falafel", der Klassiker der arabischen Küche: frittierte Kringel aus Kichererbsen. Dazu "Foul", ein raffiniertes Gericht aus eingelegten Ackerbohnen. "Hummus", ein Kichererbsenmus mit Sesam, Zitrone und vielem mehr. Hummus zählt in Syrien zu den Nationalspeisen, wird aber in ganz Vorderasien (und jetzt auch in Erlensee) gegessen. Und zu allem gehört das "Arabische Fladenbrot", aus ungesäuertem Getreideteig, Wasser und ohne Hefe zubereitet. Das Fladenbrot ersetzt den Löffel: Man reißt ein Stück davon ab, stippt und greift damit Hummus auf, oder rollt andere Speisen einfach in das aufgeklappte Fladenbrot hinein und isst "aus der Hand". Die neugierigen Erlenseer Gäste probierten es aus und es klappte gut! Aber natürlich durften auch Löffel und Gabel verwendet werden.

Trotz mehrfachem Nachschub von Emad Naylehs fleißigem Küchenteam war nach einer guten Weile auch der größte Hunger gestillt. Zeit für das Konzert zweier Musiker aus Damaskus, die seit zwei Jahren in Erlensee leben: Wadeh Mashrki und Wassim Esber.

Wadeh spielte die Musik seiner syrischen Heimat meisterlich auf der arabischen Laute "Oud" und zeigte die große Klangfülle des über tausendjährigen Instruments. Er sang traditionelle und zeitgenössische Lieder mit großer Intensität, die die Zuhörer in der Erlenhalle sehr beeindruckte.

Begleitet wurde Wadeh von seinem Cousin Wassim, der die Darbuka-Trommel mit unglaublicher Fingerfertigkeit spielte und dazu das Publikum mit einem Trommelsolo auf der Gitarre überraschte. Als dessen junge Nichte Byancy die beiden mit ihrem Gesang unterstützte, rauschte der Beifall. Bei manchen syrischen Hits riss es gar einige Erlenseerinnen zum Tanz von den Stühlen.

Zwischendurch sorgten Barbara Ritter und Jürgen Weiß von "Allerlei Kultur Erlensee" mit Geschichten und Episoden aus Syrien für amüsante, aber auch nachdenkliche Unterhaltung.

Wadeh Mashrki trug "seine Geschichte", synchron ins Deutsche übersetzt, auf Arabisch vor. Der Verlust seines früheren privaten und beruflichen Lebens in der ehemaligen Heimat Syrien, der Kummer über die Trennung von Familie und Freunden; aber auch der Gewinn der neuen Heimat Deutschland und neuer Freunde hier, sein Dank an die Menschen von Erlensee, die ihm in den vergangenen Jahren halfen, dazu sein offener Blick in die Zukunft, - das bewegte die Menschen in der Erlenhalle sehr.

Bei dieser beeindruckenden gemeinsamen Veranstaltung von Seniorenbüro der Stadt Erlensee und "Allerlei Kultur" gab es viel zu entdecken. Die zahlreichen Gäste werden sich an ihre "Begegnung mit Syrien" sicher gerne erinnern!

Johann Wolfgang von Goethe hatte letztendlich das Schlusswort:

 

Wer sich selbst und andre kennt

Wird auch hier erkennen:

Orient und Okzident

Sind nicht mehr zu trennen.

Sinnig zwischen beiden Welten

Sich zu wiegen laß ich gelten;

Also zwischen Ost- und Westen

Sich bewegen, sei's zum Besten!

(aus dem "West-östlichen Divan")

 

(Fotos: G.Paulus, B. Ritter, M.Semmler, S.Wunder)

 

 

Slideshow (© allerlei)

Großer Trubel am ersten Tag des Erlenseer Stadtfestes

"Allerlei Kultur" befragt die Erlenseer

Der findige Verein "Allerlei Kultur" nutzte die gelösten Stunden des Erlenseer Stadtfestes auf dem Rathausplatz, um mit Interviews ein Stimmungsbild der entspannten Einwohnerschaftzu zeichnen.

Von der Ersten Stadträtin, über den einzigen Erlenseer Ehrenbürger, bis hin zur Befragung reizender Rathausdamen und mancher munteren Truppe in den Festzelten und Open-Air: die Bereitschaft der Bevölkerung, sich frei zu äußern, war groß. So kam das bewegliche "Allerlei"-Team dem Herausgeber des Internet-Zentralorgans "Erlensee Aktuell" mit einem Interview zuvor und entlockte ihm mit gewiefter Fragetechnik bemerkenswerte Antworten zu aktuellen Erlenseer Themen.

Heikle Fragen zur geplanten Kneipp'schen "Wassertretanlage Neue Mitte II", der Rückinger Separatistenbewegung RÜXIT, der Freigabe des Familienbusses auch für Singles, oder auch zur geplanten Ehrenbürgerwürde für alle Erlenseer? - kein Problem für Markus Sommerfeld.

Dem "Allerlei"-Interviewtrio gelang es so gar, Wolfgang Racek, den allgegenwärtigen"rasenden Reporter", für eine kurze Belichtungszeit stellen und zum Meinungsaustausch zu bewegen, bevor es ihn wieder zur Jagd auf neue Motive rief.

Interessant zum Beispiel, daß die geplante Nutzung des Raiffeisen-Silos als Startbasis künftiger privater Raumflüge auf offene Ohren stieß. Auch die Entschiedenheit vieler Befragter, den kontrovers diskutierten freiwilligen Streifendienst keinesfalls von Amateuren, sondern nur von einheimischen Malerfachbetrieben ausführen zu lassen, ließ aufhorchen.

Es versteht sich, daß ein seriöser Kulturverein wie "Allerlei" die oft erstaunlichen Aussagen der Befragten vertraulich behandeln und anonym verwahren wird. Doch werden die Erkenntnisseder Interviews in die künftige Kulturabeit des Vereins einfließen.

Ein Tipp vorab für die heimische Gastronomie: Im lukullischen Teil der Umfrage fand die Biberrattenschwanzsuppe, vor Nutria-Schnitzel und Kinzig-Whopper, die meiste Zustimmung.

"Allerlei Kultur Erlensee e.V." bedankt sich bei den vielen aufgeschlossenen Erlenseer Menschen, die die - oft sehr anspruchsvollen und kniffligen Fragen - frei, ohne Scheu und mit viel Humor beantwortet haben!

(Erlensee aktuell, 25.06.2017)

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